Bundesrepublik Deutschland 2 Pfennig 1969 J Kupfer

Auch zu dieser Münze erreichen mich immer wieder Anfragen und Angebote. Daher möchte ich an dieser Stelle einmal auf das Thema dieser seltenen (???) Münze eingehen.

Zunächst einmal ist wichtig zu wissen, dass diese Münze mit einer Auflage von insgesamt ca. 40 Millionen Stück geprägt wurde. Zur Vorbereitung der Prägung Münzen wurden Bleche (sogenannte Zaine) verwendet. Aus diesen Blechen werden die Münzronden ausgestanzt. Je nach Münzgröße erhält man aus einem Blech eine verschiedene Anzahl an Rohlingen. Bei 2 Pfennig-Stücken waren das 550 Münzen. Für die 2 Pfennig Münzen wurden Bleche verwendet, die vor 1968 aus Kupfer bestanden. Nach 1968 wurden mit Kupfer legierte Bleche aus Stahl verwendet. Bei der Herstellung der Ronden für den Jahrgang 1969 wurde, soweit sich später nachvollziehen ließ, bei einer Lieferung an die Prägestätte Hamburg versehentlich ein einziges Blech aus reinem Kupfer verwendet. Daraus wurden dann 550 Runden gestanzt und daraus dann die Münzen geprägt. Es gibt also insgesamt wohl nur 550 Münzen 2 Pfennig 1969 J (Hamburg), die aus reinem Kupfer bestehen.

Eine Unterscheidung zwischen den massenhaften kupferplattierten Münzen und den reinen Kupferstücken lässt sich recht einfach treffen. Es ist falsch, wenn man sagt, die seltene Fehlprägung wäre unmagnetisch. Unmagnetisch ist auch der häufige Typ mit dem Stahlkern. Richtig ist, dass die teuren Münzen nicht magnetisierbar sind. Das bedeutet, die seltenen Kupferstücke lassen sich nicht von einem Magneten anziehen; die häufen Stücke dagegen bleiben an einem Magneten hängen. Dieser einfache Versuch liefert einen eindeutigen Beweis dafür, ob es sich um eine seltenen Fehlprägung oder ein häufiges, normales Stück handelt. Abgesehen davon ist die Färbung der reinen Kupferstücke nicht so rötlich, wie bei den Münzen mit Stahlkern.

Mir wurden schon Gläser voll mit 2 Pfennig Münzen der Prägung 1969 J angeboten. Die potenziellen Verkäufer hatten bereits die erwarteten Verkaufserlöse von teilweise über 100.000,00 Euro verplant. Erst meine Rückfrage ob es sie nicht stutzig mache, dass sie so viele seltene Münzen gefunden hätten, machte sie etwas nachdenklich. Zur der Zeit vom Übergang von der DM um Euro erhielt ich täglich teilweise über 100 Anrufe mit Verkaufsanfragen zu diesen Stücken. Es war so viel, dass ich zeitweise das Telefon abstellen musste.