Mythos 2 Pfennig 1968 J Kupfer (nicht magnetisierbar) der Bundesrepublik Deutschland

Genauso wie zum 2 Pfennig Stück 1969 J erreichen mich immer wieder Nachfragen zum Thema 2 Pfennig 1968 J (nicht magnetisierbar). In verschiedenen Katalogen und auf vielen Internetseiten wird über dieses Stück geschrieben. In den vielen Jahren meiner Tätigkeit im Münzhandel habe ich noch nie ein solches Stück zu sehen bekommen. Daraufhin habe ich in 2004/2005 mit mehreren Kollegen (seinerzeit allesamt ausgewiesenen Spezialisten für bundesdeutsche DM Umlaufmünzen) und einem Vertreter der Deutschen Bundesbank über dieses Thema gesprochen. Außerdem stellte ich umfangreiche eigene Recherchen an.

Es ist so, dass bisher noch Niemand ein solches Stück gesehen oder gehandelt hat. Das Stück 1968 J mit Stahlkern (also magnetisierbar) ist dagegen jedem Händler aufgrund seiner Häufigkeit geläufig. Es ist wohl so, dass Anfang der 1970er Jahre ein Katalog einmal über das Stück 1969 J aus Kupfer in seine Übersicht aufnehmen wollte. Dabei passierte ein Übertragungsfehler und man schrieb 1968 J statt 1969 J. Das war dann die Geburtsstunde dieses Mythos. Im Anschluss übernahmen andere Kataloge diese Angabe zusätzlich zum Stück 1969 J.

Der allseits bekannte Kurt Jaeger (Autor des Jaeger-Kataloges) hatte eine vollständige Sammlung bundesdeutscher Kursmünzen gesammelt. Diese ruht nach meinem Kenntnisstand aktuell bei der ehemaligen Degussa in Frankfurt. Auch in dieser Sammlung soll sich keine unmagnetisierbare Münze 2 Pfennig 1968 J befinden. Das dort vorhandene Stück soll sich zwar nur leicht von einem Magneten anziehen lassen, aber halt anziehen lassen.

Insofern ist davon auszugehen, dass gar keine reinen Kupferstücke des Typs 2 Pfennig 1968 J (also nicht magnetisierbar) existieren.